Warum wir Griechenland retten sollten.

Die Themen Griechenland und Grexit kommen jetzt langsam wieder hoch und werden uns bestimmt noch des Öfteren beschäftigen. Es gibt moralische Gründe um Griechenland zu retten. Griechenland gehört zu den uns befreundeten Nationen und wir haben viele Gemeinsamkeiten mit den Griechen. Ich habe gelernt man hilft Freunden in Not, wenn möglich.

Wem das nicht reicht, dem werden jetzt noch einige sachliche Gründe vorgelegt. Vorsichtig die Grundlage all dieser Gründe ist das deutsche Nationalinteresse und unser Interesse an einem vereinten Europa, weil beides übereinstimmt. Deutschland braucht Europa und Europa braucht Deutschland.

Bevor wir zu den Gründen kommen möchte ich noch kurz die Position von Wolfgang Schäuble erläutern und warum er auf den IWF bei den Hilfen besteht. Obwohl es in unserem Interesse ist Griechenland zu retten und in der EU und dem Euro zu halten.

Wolfgang Schäuble möchte deutsche Ressourcen schonen und den Einsatz möglichst gering halten. Das macht er bisher auch sehr gut und baut jede Menge Druck auf Griechenland auf damit Reformen auch wirklich umgesetzt werden. Schäuble möchte deutsche Ressourcen schonen dazu gehört das die deutschen Gläubiger und Deutschland ihr Geld wiederbekommen, genauso wie das möglichst wenig Geld eingesetzt werden muss. Das Problem dabei? Eventuell wäre ein Schuldenschnitt die bessere, schnellere und am Ende günstigere Lösung. Das ist eine komplexe Rechnung mit vielen Variablen. Ich denke das Bundesfinanzministerium rechnet an dieser Rechnung immer wieder rum und überprüft sie regelmäßig. Hoffe ich zumindest.

Warum müssen wir Griechenland nun retten?

Deutschland als Exportnation hat lange von Griechenland profitiert. Griechenland hat viel aus Deutschland importiert, dass sicherte hier Arbeitsplätze und sorgte für einen stetigen Fluss von Finanzmitteln nach Deutschland in Form von Barmitteln und Schulden. Griechenland ist für Deutschland ein vergleichbar unwichtiger Markt, aber Kleinvieh macht auch Mist sagt meine Mutter immer. Wenn Griechenland gerettet werden und den Weg zurück zu einer stabilen Volkswirtschaft finden würde. Hätte das zur Folge, dass die deutschen Exporte nach Griechenland wieder steigen würden.

Der deutsche Staat, deutsche Banken und andere deutsche Unternehmen haben riesige Forderungen an Griechenland. Diese Forderungen werfen zwar Zinsen ab irgendwann möchten die Gläubiger ihr Geld wieder haben. Wenn die Griechenlandrettung scheitert, geht das Geld verloren eventuell sogar ein Totalverlust. Die ganz große Gefahr ist zwar gebannt. Die deutschen Banken haben ihre Anteile an griechischen Anleihen verringert und mehr Eigenkapital aufgenommen. Der Schaden wäre dennoch für Banken und Deutschland immens. Allerdings wird zur Griechenlandrettung ein Schuldenschnitt wohl nötig sein. Der Preis steigt mit der Höhe des Schuldenschnitts, aber auch mit der Dauer des Rettungsprozesses. Wichtig ist das richtige Verhältnis zu finden.

Die Geschichte zeigt, dass ein starkes Deutschland eine Gefahr für den Frieden in Europa und vor allem für das deutsche Volk ist. Demnach müsste jeder echte deutsche Patriot für die Griechenlandrettung sein genauso wie für die EU. Das Glück der deutschen Bürger liegt im Gemeinsam nicht im Gegeneinander Die klugen deutschen Staatschefs der Nachkriegsgeschichte wussten dies und haben versucht durch Selbstbeschränkung und Einbindung in die internationale Staatengemeinschaft dem entgegen zu wirken. Die Griechenlandrettung würde die Gemeinschaft gegenüber Deutschland stärken und helfen das Gleichgewicht zu wahren.

Eine Griechenlandrettung würde die EU stärken und ihre Integrationskraft stärken, weil kein Staat mehr in schweren Zeiten allein dar stünde. Deutschland braucht eine starke EU um in der Zukunft seine Interessen in der Welt durchzusetzen, dazu gehören freie Märkte, Umweltstandards und Menschenrechte. Deutschland hat nur 82 Millionen Einwohner, dagegen liegt die Weltbevölkerung bei 7,35 Milliarden Menschen. Noch hat Deutschland durch seine große Wirtschaftskraft einen recht starken Einfluss in der Welt. Ich betone das noch. Dieser Einfluss wird schwinden. Die EU-Staaten als gemeinsam haben immerhin 510 Millionen Einwohner und eine noch höhere Wirtschaftskraft. Deutschland wird in Zukunft seine Interessen nur mit den anderen EU-Staaten verwirklichen können.

Wenn Deutschland bzw. die EU Griechenland rettet wird damit bewiesen, dass die EU immer noch fähig ist Probleme zu lösen und das sie überleben wird. Die EU ist für Deutschland der wichtigste Handelspartner überhaupt und gleichzeitig ein Verstärker der eigenen Verhandlungsposition in internationalen Verhandlungen. Ein Beispiel wäre ein vielleicht zukünftiges Freihandelsabkommen mit Mexiko. Das würde uns helfen, der EU helfen, den Mexikanern helfen und Donald Trump zeigen, dass wir ein Amerika mit Zöllen nicht brauchen.

Es gibt viele gute Gründe Griechenland zu retten. Auf die Frage nach dem Wie bin ich hier einmal eingegangen.

Warum Donald Trump so „scharf“ auf einen Konflikt mit China ist?

Donald Trump hat richtig erkannt, dass China langfristig die größte, äußere Bedrohung für die USA ist. Wenn China nicht durch seine eigenen demographischen, ökologischen oder wirtschaftlichen Risiken stark ins Stolpern gerät wird es der größte Herausforderer der USA werden. Russland hat zwar ein großes Potenzial an sogenannter Hardpower, also vereinfacht ausgedrückt Panzer und Soldaten, es fehlt aber eine starke wirtschaftliche Basis und Softpower. Mit Softpower werden weichere Einflussfaktoren bezeichnet, dazu gehören beispielsweise die Marktattraktivität, ideologische Anziehungspunkte, Wohlstandsniveau oder Bildungsangebote. In einem Zeitraum der zwanzig Jahre vermutlich übersteigt wird China zur größten Bedrohung von außen für die Vormachtstellung der USA werden.

Donald Trump versucht die USA jetzt schon für diesen Konflikt in Stellung zu bringen. Er versucht den Vorteil der USA zu nutzen solange er noch besteht. Dabei verkennt er allerdings, dass einer der größten Vorteile der USA im pazifischen Raum ihre Attraktivität für alle Partnernationen von Japan über die Philippinen bis hin zu Australien und Neuseeland ist. Noch scharen sich diese Nationen um die USA und suchen bei ihr Schutz und verstärken damit die Überlegenheit der USA im pazifischen Raum um ein Vielfaches. Das könnte und wird sich ändern, wenn die USA keine Anreize mehr bieten (Beendigung TPP) oder die stärkere Konfrontation mit China suchen.

Die Partnernationen im Pazifik suchen Schutz bei den USA, weil sie keinen offenen Konflikt mit China wünschen der sich negativ auf ihre vor allem wirtschaftlichen Interessen auswirkt. Nur die Anrainerstaaten des südchinesischen Meeres und Japan und Südkorea suchen die USA noch aus dem Grund, dass sie alle noch offene Konflikte haben, bei denen sie auf die USA angewiesen sind oder die USA ihre Überlegenheit sichern. Die Anrainer des südchinesischen Meeres haben Konflikte mit China, Japan hat offene Konflikte mit China und Russland und Südkorea hat einen offenen Konflikt mit Nordkorea. Die Staaten die offene Konflikte mit China haben möchten diese Konflikte nicht weiter verschärfen und werden eine Zuspitzung der Konflikte nur mittragen, wenn ihre Positionen garantiert werden. Allerdings alleine werden sie ihre Interessen gegenüber der Volksrepublik China auch nicht durchsetzen können, vielleicht gemeinsam in einer Art NATO für den Pazifik. Historisch wäre das etwas noch nie Dagewesenes mit durchaus Chance auf Erfolg, wenn es richtig gemacht wird.

Donald Trump treibt den Konflikt mit China außerdem voran, weil er es im Wahlkampf versprochen hat. Er geht davon aus das eine Begrenzung der Importe aus China in den USA Arbeitsplätze schafft. Das kann so sein, ist aber eher unwahrscheinlich und wenn dann steigen die Produktkosten. Wahrscheinlicher ist, dass die Produkte dann in Vietnam oder Bangladesch gefertigt werden und einfach eine Auslagerung aus China stattfindet, die schon stattfindet dann nur weiter beschleunigt wird.

Die USA könnten auch viele der Produkte aus China gar nicht ersetzen. Erstens wären riesige Investitionen notwendig um die dafür benötigte Industrie aufzubauen und zweitens braucht eine solch gewaltige Umstrukturierung der Wirtschaft Zeit, jede Menge Zeit.

Das gefährliche daran ist, dass sich Donald Trump und seine Anhänger jetzt im Zugzwang sehen. Ohne jetzt gleich den Teufel an die Wand malen zu wollen, aber Frankreich und Deutschland befanden sich 1914 ihrer Auffassung nach in einer ähnlichen Situation gegenüber Russland. Deutschland hatte Angst, dass seine Gegner bald zu stark wären und damit ein Sieg unmöglich und Frankreich hatte Angst, dass Russland bald Frankreich nicht mehr braucht und Frankreich damit alleine gegen Deutschland steht. So schlimm wie damals wird es wohl nicht kommen. Da vieles auch anders ist, die Gefahr für übereiltes handeln besteht dennoch.

Obamas Chinastrategie war ruhiger, sanfter und weniger konfrontativ. Obamas Fokus lag auf der Einbindung aller potenziellen Konfliktgegner Chinas in ein System kollektiver Sicherheit. Er kam aber nicht über die Anfänge eines solchen Systems hinaus, das Fundament dieses Systems ist noch lange nicht fertig gegossen und braucht jetzt mehr Beton. Wenn das System fertig gebaut ist funktioniert auch die weitere Eindämmung Chinas, dass ist allerdings keine Lösung des Problems das Trump sieht. Trump denkt China muss jetzt aufgehalten werden und amerikanische Arbeitsplätze gerettet werden. Ein doppelter Gewinn für Donald Trump,  von den Kosten redet er nicht.

Ob Donald Trump Erfolg mit seiner China Strategie hat, liegt vor allem daran wie weit er bereit ist zu gehen. Wenn er bereit ist die Krim und Syrien Russland zu überlassen, könnte er mit Vladimir Putin als neuen Verbündeten bzw. Partner China kalt erwischen und in Unterlegenheit bringen. Ähnlich wie Präsident Nixon es damals mit China gegenüber der Sowjetunion getan hat. China und Russland haben einige ungelöste und sehr lange bestehende Konflikte die wir im Westen gerne vergessen, weil unser Kollektivbewusstsein weniger langfristig ist als das der Chinesen und Russen.

Vielleicht ändert Donald Trump die Ausrichtung seiner Chinapolitik auch nochmal und er brauchte jetzt nur eine Findungsphase. Die Zukunft wird es am Ende zeigen.

 

Literaturempfehlung zum Thema China: Länderbericht China der Bundeszentrale für politische Bildung.

Steuersenkungen jetzt sinnvoll?

Momentan herrscht in Deutschland ja die große Debatte um den nächsten Haushalt. Finanziell stehen wir zurzeit gar nicht mal schlecht da und so begann sogleich das streiten darum wie wir das ganze Geld auch gleich wieder ausgeben.

Aber wo ist es am sinnvollsten aufgehoben? Bei der Bundeswehr? Der Bildung? Den Nachrichtendiensten? Der Infrastruktur? Den Kommunen? Oder doch beim Bürger in Form von Steuersenkungen oder wie es die SPD vorschlägt mit Senkung der Sozialabgaben?

Ich beschäftige mich heute mit dem Thema Steuersenkungen und ob sie sinnvoll sind. Der Gedanke dabei ist es den Haushalten mit niedrigen und mittleren Einkommen etwas mehr Geld in die Hand zu geben damit sie ihren Konsum verbessern können und so die Wirtschaft beleben können. Generell helfen Steuersenkungen eher den oberen Mittelschichteinkommen und allen die darüber liegen mehr als denen die darunter liegen.

Was ich damit meine? Lasst uns mal auf den Lohnzettel eines Angestellten schauen. Ein Angestellter mit 1800 € Brutto einkommen zahlt ca. 370 € Sozialversicherungsabgaben und ca. 160 € Steuern. Jemand der ein höheres Einkommen hat als die Beitragsbemessungsgrenze beträgt zahlt ab diesen Punkt nur noch mehr Steuern die Sozialversicherungsbeiträge bleiben gleich. Oder er ist gleich privatversichert womit sich das Sozialversicherungsentgelt nicht mehr nach seinem Einkommen berechnet.

Das heißt relative Steuersenkungen kommen stärker bei den Menschen mit höheren Einkommen an, da Menschen mit niedrigen Einkommen fast keine Steuern zahlen. Es wäre somit sinnvoller Sozialversicherungsbeiträge zu senken, wenn man die mittleren und niedrigen Einkommen entlasten möchte.

Gibt es noch andere Argumente gegen Steuersenkungen?

Ja, jede Menge eines wäre zum Beispiel der immer noch gigantische Schuldenberg den unser Staat mit sich herumträgt. Den abzubauen hätte Vorrang und würde für die Zukunft Spielraum schaffen um im Notfall neue Schulden aufnehmen zu können. Des Weiteren würden die Zins- und Tilgungskosten den Haushalt nicht mehr so stark belasten.

Außerdem haben wir einen riesigen Investitionsstau und um den anzugehen wird Geld benötigt. Jede Menge Geld das irgendwo herkommen muss. Ich kann ein paar Dinge aufzählen für die Geld benötigt wird:

Verkehrsinfrastruktur (Brücken, Autobahnen etc.)

Digitale Infrastruktur  (WLAN-Hotspots, Datenleitungen)

Äußere Sicherheit (Bundeswehr, BND)

Innere Sicherheit (Polizei, Verfassungsschutz, Katastrophenschutz)

Bildung (Schulen, Kindergärten, Erwachsenenbildung)

Und es gibt noch viele weitere Bedarfsfelder in denen entweder zulange zu wenig investiert wurde oder die für die Zukunft Schlüsselbereiche sind.

Der letzte Punkt ist in Deutschland haben wir ca. 40 Millionen Haushalte mit im Schnitt ca. 2 Personen pro Haushalt. Wenn ich jetzt Steuern senke die im Schnitt jeden *Bürger um 2,50 € entlaste hat *jeder Bürger 2,50 € mehr in der Tasche. Er kann sich also einen ganzen Döner leisten…. Für den Staat allerdings bedeutet das Kosten in Höhe von ca. 200 Millionen €. Das ist schon eine große Summe wenn man bedenkt das die Auswirkungen für den einzelnen einfach gering sind.

*Jeder Bürger im Schnitt bedeutete auch das einige weniger als 2,50 € erhalten andere mehr. Und da hier ja alle schlau sind weiß auch jeder wer  weniger davon profitieren würde und wer mehr 😉

Fazit: Momentan halte ich Steuersenkungen zwar für möglich, aber mit Blick auf die Zukunft für wenig durchdacht. Es hat den faden Beigeschmack von Populismus und Wahlkampf.

Statistiken zu den deutschen Haushalten

Ein Pfad für Griechenland zurück zum Wirtschaftswachstum

In diesem Artikel möchte ich mich mit dem Problemland Griechenland beschäftigen und einen möglichen Lösungsansatz aufzeigen. Dabei ist zu beachten das Griechenland in einer hochkomplexen Situation steckt und es kein alleiniges Heilmittel gibt. Die Lösung liegt eher in der Kombination verschiedenster Mittel dabei ist zu beachten das kein Übergewicht entsteht wie es zurzeit besteht mit dem einseitigen Ziel Sparen. Dieses Übergewicht wirkt dann eher stark destruktiv. Nun aber erstmal zur aktuellen Situation Griechenlands.

  1. Eine hohe Verschuldung staatlich sowie Privat und unternehmerisch
  2. Ein Verlust der preislichen Wettbewerbsfähigkeit durch höhere Inflation und Lohnentwicklung
  3. Eine stark negative Auslandsbilanz die nicht mehr vom Wachstum getragen wird
  4. Griechenland verfügt nur über einen kleinen wenig innovativen Industriesektor
  5. Hohe Bedeutung von Dienstleistungsexporten
  6. Schlecht geführte Verwaltung vor allem Finanzverwaltung

Die Maßnahmen der letzten Jahre haben dabei nur bedingt geholfen die Situation zu verbessern. Das liegt daran das die unterschiedlichen Probleme, je nachdem welches man als ursächlich für die Probleme sieht, sich gegenseitig verstärken. Die drei Hauptprobleme sind:

  1. Die Konsolidierung der Staatsfinanzen die vor allem bei den Gläubigerländern (Deutschland, Frankreich hauptsächlich) Vorrang hat.
  2. Ein zweites Ziel ist die Verbesserung der Leistungsbilanz, um die Nettoauslandsverschuldung zu verringern, was oft auch als Wiederherstellung der Wettbewerbsfähigkeit interpretiert wird.
  3. Das dritte Ziel ist wirtschaftliches Wachstum.

Warum verstärken sich diese Probleme bei ihrer Lösung gegenseitig? Wenn Griechenland wie bisher spart hat das zur Folge, dass Löhne, Renten und Investitionen sinken, Steuern dagegen steigen. Das hat zur Folge, dass im Land weniger Geld für Nachfrage und Investitionen zur Verfügung steht. Das Wirtschaftswachstum das in Griechenland hauptsächlich auf Binnennachfrage beruhte bricht ein. Zukunftsinvestitionen können nicht finanziert werden und die Produktivität kann nicht erhöht werden die Wirtschaft wird nicht Wettbewerbsfähiger. Genauso ist es wenn wir Problem Zwei und Drei zuerst lösen möchten. Die beiden kollidieren vor allem mit Ziel Eins aber auch untereinander.

Wie sieht also eine mögliche Lösung für Griechenland aus? Sie muss alle Probleme Schritt für Schritt gleichzeitig anpacken. In Griechenland ist ein Balanceakt notwendig der vorsichtigstes abwägen notwendig macht.

Um die Staatsfinanzen in den Griff zu bekommen sind mehrere Maßnahmen notwendig. An der Reformation der Finanzverwaltung wird bereits mit internationaler Hilfe gearbeitet, daran muss festgehalten werden. Die dabei entstehenden Kosten rentieren sich im Laufe der Jahre und Jahrzehnte. Des Weiteren muss ein Wachstum der Wirtschaft geschaffen werden das stark genug ist Wohlstand zu schaffen (Später dazu mehr). Und als dritter und letzter Punkt müssen die Staatsfinanzen umstrukturiert werden in Richtung niedrigerer Zinsen und längerer Laufzeit. Dabei muss beachtet werden, dass Wachstum zentral davon abhängt, dass vor allem Investoren, aber auch Konsumenten Vertrauen in die Zukunft haben. Kurzum Sparen an richtiger Stelle und investieren an richtiger Stelle dieses Doppelkonzept ist die Lösung.

Der private und unternehmerische Schuldenabbau ist komplexer, schmerzhafter, staatlich wenig lenkbar und kurzfristig schädlich für das Wachstum. In diesem Bereich wird eine Entschuldung vor allem durch Insolvenzen und Umstrukturierungen stattfinden. Dabei wird Vermögen der Gläubiger vernichtet hauptsächlich Banken. Mir ist bekannt das Banken nicht grade beliebt sind, aber wenn die Ausfälle zu stark werden, fällt die Kreditversorgung zusammen und ohne Kapital keine funktionierende Wirtschaft.

Um das Leistungsbilanzdefizit auszugleichen sind mehre Maßnahmen denkbar, obwohl es dabei einige Dinge zu beachten gibt. Importe sind nicht grundlegend schlecht auch wenn sie anfangs inländische Produktion ersetzen und Kapital ins Ausland fließen lassen. Aber sie können auch durch Import von Kapitalgütern zum Wachstum beitragen. Maschinen für die Produktionen, Beton für Hotels alles muss erst einmal vorhanden sein um damit Geld verdienen zu können. Auch wenn man all das in Griechenland herstellen möchte muss es erst ins Land geholt werden.

Des Weiteren ist eine kurzfristige Stärkung des Exportes unwahrscheinlich. Der griechische Export leidet außer im Dienstleistungsbereich vor allem daran das er für die gelieferte Qualität und Innovation zu teuer ist trotz gesunkener Löhne. Langfristig auf über 10 Jahre kann das anders aussehen.

Kurzfristig stehen aber erstmal Investitionen an. Vorrangig in Bildung und Infrastruktur aber eine Möglichkeit besteht auch darin die Öl und Gasvorkommen in der Ägäis zu erschließen. Allerdings würde das sich kurzfristig durch den Import von Kapitalgütern auch negativ auswirken.

Verwaltungstechnische Maßnahmen die Wachstum und Export stärken würden wären eine schnellere Erteilung von Exportlizenzen, eine transparentere und einfachere Unternehmensbesteuerung, die Bürokratie für ausländische Direktinvestitionen muss transparent und effizient gestaltet werden.

Eine weitere europäische Maßnahme besteht in Kreditvergabe für Infrastruktur und Unternehmensfinanzierung. Programme dafür gibt es, sie müssen nur ausgeweitet werden und in Griechenland mit den KMU (klein und mittelständischen Unternehmen) koordiniert werden. Dabei spielen die griechischen Banken eine wichtige Vermittlerrolle.

Und das wichtigste ist politische und wirtschaftliche Stabilität, dass schafft Vertrauen und Vertrauen schafft Wachstum. Angst vernichtet Wachstum.

Die Probleme von Wirtschaftspolitikern in Deutschland

Deutschland ist ein Staat der mit der sozialen Marktwirtschaft über ein freies Wirtschaftssystem verfügt, dem durch die Politik nur ein stabiler Rahmen vorgegeben werden soll. Innerhalb dieses Rahmen soll freies wirtschaften möglich sein und auch zum Erfolg des Individuums und am Ende der ganzen Gesellschaft sein. Hervorragende Beispiele dafür finden sich z. B. in den Unternehmerstiftungen. Die Ursula Lübbe Stiftung engagiert sich mit Projekten in den Bereichen Bildung und Kultur und trägt damit den unternehmerischen Erfolg zurück in die Gesellschaft, abseits der anderen positiven Effekte von Unternehmertum.

Wirtschaftspolitiker in Deutschland stehen vor großen Problemen ihre Handlungsfähigkeit ist stark eingeschränkt durch den Marktwirtschaftsgrundsatz  sowie  den Nachteil das die Fiskalpolitik, die so wichtig für die wirtschaftliche Entwicklung,  unabhängig vom Wirtschaftsministerium im Finanzministerium festgelegt wird. Natürlich bestehen hier ressortübergreifende Abstimmungsmöglichkeiten mit denen man trotzdem zum Erfolg kommen kann.

Aber was ist Erfolg in der Wirtschaftspolitik?

Deutschland hat als Zielsetzung das „magische Viereck“

  1. Stabilität des Preisniveaus
  2. hoher Beschäftigungsstand
  3. außenwirtschaftliches Gleichgewicht
  4. angemessenes und stetiges Wirtschaftswachstum

Erweitert wird dieses magische Viereck oft um Punkte wie Umweltschutz und humane Arbeitsbedingungen.

Diese vier Ziele werden erreicht oder verfehlt. Eigentlich besteht Gleichrangigkeit zwischen ihnen. Allerdings stuft die Bundesrepublik das außenwirtschaftliche Gleichgewicht als weniger wichtig ein als alles andere, zwar nicht offiziell praktisch aber schon. Deutschland verfügt über einen riesigen Exportüberschuss, wenn man diesen abbauen würde hätte das Nachteile für andere Punkte vor allem 2 und 4. Die Europäische Zentralbank hat als oberste Priorität die Preisstabilität und ordnet alle anderen Punkte dem unter. Nach Zielvorgabe der EZB ist Preisstabilität bei 2% Inflation erreicht.

Wer sich jetzt überlegt wie diese Ziele erreicht werden können wird schnell feststellen das es zu Konflikten kommt. Punkt 3 steht in Deutschland in starken Konflikt zu Punkt 2 und 4.

Des Weiteren sind Maßnahmen die die Wirtschafts- und Arbeitsmarktpolitik treffen oftmals nicht sofort ersichtlich und die Auswirkungen zeigen sich erst nach einem Jahr meistens allerdings erst nach 5 Jahren und wesentlich mehr. Solange dauern die wenigsten Legislaturperioden. Was das für das Verhältnis zwischen Wirtschaftspolitiker und Bürger heißt kann sich jeder denken.

Oftmals sind Maßnahmen die die Wettbewerbsfähigkeit erhöhen dringend notwendig aber beim Bürger unbeliebt. Nehmen wir uns als Beispiel die Agenda 2010. Sie hatte ein paar Fehler (arbeitszwang durch das Bundesarbeitsministerium, schlecht dem Bürger erklärt) war ansonsten aber notwendig. Der durch die Agenda 2010 flexibilisierte deutsche Arbeitsmarkt kam besser durch die Wirtschaftskrise als die der Nachbarstaaten. Die Lorbeeren hat aber nicht die SPD erhalten sondern die inzwischen regierende CDU.

Ein weiterer Problempunkt sind global, wirtschaftliche Faktoren auf den deutsche Politiker wenig Einfluss haben. Bestenfalls als EU, die EU hat in ihrer Gesamtheit NOCH ein starkes wirtschaftliches Gewicht auf der Welt. Außer Deutschland unterliegen vielleicht noch Japan und China so starken globalen Auswirkungen. Das liegt am deutschen Exportüberschuss der uns abhängig von den weltweiten Käufern macht, sowie unseren Rohstofflieferanten. Wenn nicht gekauft/geliefert wird oder Preise sich ändern gibt es Probleme  für die ein deutscher Politiker oftmals nichts kann. Ausbaden darf er es trotzdem vor seinen Wählern. Und sollten sie wieder erwarten der Bürger doch mal gutes leisten zeigt sich das oftmals erst Jahre und Jahrzehnte später.

Kurzer Schluss:  Die Wirtschaftspolitiker in Deutschland reden zu wenig mit ihren Bürgern, erklären zu wenig. Aber oft werden sie auch nicht verstanden geschweige denn ihnen zugehört. Das liegt an beiden Seiten Bürgern und Politikern beide müssen hier besser aufeinander eingehen. Das gilt übrigens nicht nur für die Wirtschaftspolitik.

 

Japan, Südkorea das ist doch dasselbe oder doch nicht?

Wenn ich mit Menschen über Ostasien vor allem über Japan und Südkorea rede bekomme ich oft Sätze zu hören wie „Das macht doch keinen Unterschied die sind dort alle gleich“. Diese Sätze werden dann noch absurder wenn die Menschen China mit in den Topf werfen, aber gut das lassen wir raus das tun nicht alle.

Natürlich sind beide Japan und Südkorea beide moderne Industrienationen asiatischer Prägung. Hier beginnen aber schon die Unterschiede Japans Modernisierung begann Mitte des 20. Jahrhunderts die von Südkorea erst in der Mitte des 20. Jahrhunderts. Aber gehen wir das ganze mal strukturiert an. Im ersten Teil werde ich eine allgemeine Daten nennen und die wirtschaftlichen Unterschiede Beleuchten, die vermutlich noch am geringsten aussehen.

Nationale Kenndaten

Südkorea Flag_of_South_Korea.svg

Amtssprache: Koreanisch

Hauptstadt: Seoul

Fläche: 100.284 km²

Einwohnerzahl: 52 Millionen

Bevölkerungsdichte: 518 Einwohner pro km²

Bevölkerungswachstum: +0,2%

Bruttoinlandsprodukt (KKP): 1667 Milliarden

Human Development Index: 0,891 (Platz 15)

Währung: Won

Japan Flag_of_Japan.svg

Amtssprache: Japanisch

Hauptstadt: Tokio

Fläche: 377.835 km² ohne Kurilen 382.871 km² mit Kurilen

Einwohnerzahl: 127 Millionen

Bevölkerungsdichte: 336 Einwohner pro km²

Bevölkerungswachstum: -0,077%

Bruttoinlandsprodukt (KKP): 4440 Milliarden

Human Development Index: 0,890 (Platz 17)

Währung: Yen

Wirtschaft

Japan ist nachdem Bruttoinlandsprodukt (KKP) mit 4440 Mrd. US$ die viertgrößte Volkswirtschaft der Welt. Südkorea erreicht mit 1667 Mrd. US$ Platz 12. Rein nach diesen Zahlen könnte Südkorea der kleine Bruder von Japan sein ganz so simpel ist es dann doch nicht.

Beides sind rohstoffarme Länder Japan kann seinen eigenen Bedarf nur bei Gold, Magnesium, und Silber decken. In Südkorea wird vor allem Wolfram im größeren Stil gefördert sowie nebenbei  Graphit, Eisenerz, Blei, Steinkohle, Kupfer, Gold, und Silber. Die Trennung des Landes nachdem zweiten Weltkrieg hat Südkorea seiner Rohstoffvorkommen weitestgehend beraubt. In Nordkorea werden neben Eisenerz und Steinkohle noch größere Goldvorkommen vermutet.

Beide Staaten haben dank ausländischer und eigener Bemühungen von Agrar- zu Industriestaaten entwickelt. Japan ca. ein Jahrhundert zuvor.

Japans Zeit der Modernisierung begann während der Epoche der Meiji-Restauration. Diese Epoche begann 1869. Wichtige Erneuerungen dieser Zeit waren die Abschaffung der Ständegesellschaft, Bildung eines Kabinetts nach europäischem Vorbild, Überarbeitung des Rechtssystems vor allem nach deutschem Vorbild, Die Abschaffung der Lehen und Umwandlung in Präfekturen, Einführung der allgemeinen Wehrpflicht und damit Beendigung der Vorrechte der Samurai und  Förderung der Wissenschaft durch Einladung ausländischer Gelehrter und Entsendung von Studenten ins Ausland. Diese Zeit der Erneuerung hat Japan in einen modernen Industriestaat verwandelt und machte Japan im Laufe eines Jahrhunderts zu einem Staat auf Augenhöhe mit dem Westen und vor allem Russland. Der zweite Weltkrieg zerstörte Japan dann nahezu komplett und es war ein Wiederaufbau wie in Deutschland nötig.

Südkoreas Modernisierung begann zwangsweise als japanische Kolonie. Während der Kolonialzeit wurde die Infrastruktur stark ausgebaut und die Grundlage für die spätere Modernisierung gelegt. Nachdem zweiten Weltkrieg, der Teilung Koreas und dem Koreakrieg  war der Süden total verarmt, ohne Rohstoffe und auf ausländische Hilfe angewiesen. Und bekam ähnlich wie Deutschland und Japan ein amerikanisches Hilfs- und Wiederaufbauprogramm nur nicht ganz so umfangreich. Durch kluge wirtschaftliche Entscheidungen entwickelte sich Südkorea prächtig und entwickelte eine moderne Industrie mit Schwerpunkten im Schiffsbau (weltgrößter Produzent), der Halbleiterfertigung (weltgrößter Produzent), Autoproduktion und modernen Technologieprodukten dazu gehören Displays (weltgrößter Produzent), Mobiltelefone, Flachbildschirme etc.

Japans aktuelle Schwerpunkte liegen im Bereich Automobilproduktion,  Hightech und Chemikalien. Beide Staaten verfügen wie andere Industrienationen über einen starken Dienstleistungssektor und eine schwache Landwirtschaft. In beiden Staaten ist die Fischerei sehr wichtig. Für Japan mehr aus kulturellen Gründen als aus wirtschaftlichen Gründen das ging in den 80er Jahren soweit, dass Japan des Raubfischens bezichtigt wurde. Im Lauf der Jahre hat Japan die Fischerei etwas zurück genommen. Mittlerweile hat China international diesen Ruf vor allem in Anrainerstaaten des Südchinesischen Meeres. Südkorea hatte Aufgrund der Fischerei auch seine Konflikte aber mit seinem nördlichen Nachbarn entlang der Waffenstillstandslinie, da die Grenzen auf dem Meer nicht eindeutig sind und reiche Fischgründe dort zu finden sind.

Die Probleme die beide haben, sind ein ihnen nicht freundlich gesinntes Umfeld mit Konflikten mit Nachbarstaaten, Rohstoffarmut und eine alternde Bevölkerung davon ist Japan allerdings um ein vielfaches stärker betroffen. Hinzu kommen in Japan ein fast nicht mehr vorhandenes Wirtschaftswachstum sowie eine hohe Verschuldung und eine starke Neigung zur Deflation.

Fazit Wirtschaft: Die wirtschaftlichen Unterschiede sind gering, oftmals einfach nur zeitlich verschieden. Allerdings hat Japan die größeren wirtschaftlichen Probleme und auch die Konflikte mit den Nachbarstaaten abgesehen von Nordkorea sind schärfer.