Wer war Immanuel Kant?

Im Laufe der letzten Woche kam es zu einem Ereignis, dass mich sehr erstaunt, ja geradezu schockiert hat. Ein erwachsener Mensch über 30 Jahre alt konnte mit dem Namen Immanuel Kant gar nichts, wirklich gar nichts anfangen, absolut unbekannt.

Ich wusste im ersten Augenblick nicht was ich sagen sollte und es fiel mir auch schwer eine diplomatische Antwort zu finden. Nach einem kurzen  Zögern, mir kam es wie eine Ewigkeit vor, sagte ich schließlich das Kant der vielleicht wichtigste Philosoph des Abendlandes war und einer der Wegbereiter moderner Philosophie.

Ich frage mich wie es sein kann, dass jemand mit einem normalen, mittelmäßigen Bildungsniveau nicht weiß wer Immanuel Kant war? Setzte ich zu hohe Ansprüche an meine Umwelt? Oder erwarte ich zu viel von unserem Bildungssystem? Obwohl gerade der Bereich der Erkenntnistheorie für Schüler so wichtig ist. Mir hat es damals als ich irgendwann zwischen 18 – 20 mich näher mit Kant beschäftigt habe, zu einer geistigen Weiterentwicklung verholfen die ich damals wie heute beeindruckend finde. Ich habe nicht alles verstanden was er geschrieben hat, dazu waren einige seiner Sätze einfach zu lang, zu viele Kommata und sehr verschachtelt. Schüler müssen lernen, wie sie zu Erkenntnissen gelangen, sich den ganzen Vorgang bewusst zu machen und zu optimieren ist unglaublich hilfreich und sicher tausendmal wertvoller als so manche Jahreszahl.

Jetzt aber zum eigentlichen Thema. Immanuel Kant wurde am 22.04.1724 in Königsberg geboren und verstarb am 12.02.1804 in Königsberg. In Königsberg verbrachte er den Großteil seines Lebens. Immanuel Kant hat sehr viele sehr umfangreiche und bedeutende Schriften erstellt nicht nur in Bereichen der Philosophie, aber diese sind seine wichtigsten und auf diese werde ich eingehen und sie zusammen fassen.

Einer der wichtigsten Punkte die Kant mir vermittelt hat, war ein Punkt der mir zwar bekannt war, aber nicht richtig bewusst war. Er ging davon aus, dass Erkenntnis nicht alleine aus dem Verstand kommen kann (Rationalismus), sondern Sinneseindrücke die zwar gefährlich objektiv sind/sein können nötig sind ohne diese kann keine Erkenntnis entstehen. Wie soll ich wissen welche Farbe der Apfel hat wenn ich ihn nicht gesehen habe? Das Problem das Kant jetzt hatte war ein anderes. Ist der Apfel wirklich grün? Oder hat er eine andere Farbe und wir nehmen ihn nur durch unsere Augen als grün war? Vielleicht ist er ja grau wie ein Hund ihn sehen würde? All das brachte ihn zu der Erkenntnis, dass der Mensch niemals in der Lage sein wird alles zu wissen, da er die Welt nur mit seinen eigenen Sinnen wahrnehmen kann. Der Mensch ist nicht in der Lage das Ding an sich zu erkennen, sondern nur seine Erscheinung für uns.

Kant hat auch im Bereich der Moralphilosophie einen wichtigen Grundsatz gefunden. Der wirklich nur eine Grundlage bildet und bis heute viel diskutiert wird den kategorischen Imperativ. Der kategorische Imperativ lautet:

„Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, dass sie ein allgemeines Gesetz werde.“

Vereinfacht gesagt: „Was dir nicht getan werden soll, tu niemand anderem an“ Ich denke das ist verständlich und einfach. Für viele seiner späteren Kollegen zu einfach und zu Standpunkt abhängig. Womit sie recht haben, der kategorische Imperativ ist zu einfach, aber genau das zeichnet ihn auch aus er ist meistens anwendbar aber eben nicht immer.

Ich habe jetzt nur die mir persönlich wichtigsten Punkte von Kants Schriften zusammengefasst und stark vereinfacht. Ein sehr wichtiger Text Kants, der einfach zu lesen und zu verstehen ist, ist der Aufsatz „Was ist Aufklärung?“. Kant beschreibt darin was für ihn Aufklärung ausmacht.

Erster Absatz: „Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbst verschuldeten Unmündigkeit. Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Selbstverschuldet ist diese Unmündigkeit, wenn die Ursache derselben nicht am Mangel des Verstandes, sondern der Entschließung und des Mutes liegt, sich seiner ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Sapere aude! Habe Mut dich deines eigenen Verstandes zu bedienen! ist also der Wahlspruch der Aufklärung.“

Kant bringt es auf den Punkt, es liegt an uns wie weit die eigene Aufklärung reicht.

Ich kann nur empfehlen sich näher mit Immanuel Kant zu beschäftigen. Es bringt einen persönlich ein gutes Stück in der persönlichen Entwicklung voran. Die Kosten bestehen lediglich aus Zeit und Ärger über Schachtelsätze, obwohl einige seiner Kollegen da wesentlich schlimmer sind.

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