Landtagswahl Baden-Württemberg Wahlprogramme ein Vergleich Bildungspolitik

Nachdem ich mich im letzten Artikel mit dem Thema Flüchtlingspolitik auseinander gesetzt habe, kommt nun das eigentlich wichtigste Landesthema Bildung dran. Die Hochschulbildung und Forschung werde ich vielleicht noch separat behandeln. Die Wahlprogramme werde ich wieder am Ende verlinken dort sind auch wieder mehr Details auch hier kann ich nur verkürzen.

Bevor wir mit der CDU anfangen ein bisschen allgemeines. ALLE Parteien die sprechen davon, dass sie Baden-Württemberg das beste Bildungssystem überhaupt bescheren wollen. Dort sind sie sich völlig einig nur was dieses System ausmacht. Nun ja das ist hier die spannende Frage. Hinzufügen möchte ich noch das politische Maßnahmen Zeit brauchen um zu Wirken auch oder grade im Bildungsbereich. Das hat zur Folge, dass sich die Auswirkungen wenn die Regierungspartei Glück hat, erst zum Ende der Legislaturperiode zeigen.

Nun aber zur CDU

Individuelle Förderung der Schüler, differenziertes Schulsystem vor rot/grünen Gesamtschulen sei besser für die individuelle Förderung, die Abschaffung der verbindlichen Grundschulempfehlung soll nicht aufgehoben werden. Aber die Schulen sollen Einsicht in die Empfehlung bekommen und den Eltern soll ein Beratungskonzept bei der Wahl der richtigen Schule helfen und in den weiterführenden Schulen sollen Förderungen die Schüler individuell fördern wenn nötig, frühkindliche Bildung fördern mehr, bessere Erzieher und Konzept der Bildungshäuser weiter ausbauen, Grundschulen massiv fördern wichtige Eckpunkte: Erlernen der Grundfertigkeiten Lesen, Sprechen, Schreiben. Ablehnung von Konzepten „Schreiben nach Sprechen“, Werkrealschulen erhalten und wenn nötig in die Realschulen integrieren. Realschulen sind das Rückgrat des Bildungssystems und sollen durch individuelle Leistungsniveaus eine individuelle Förderung sicherstellen, allgemeine Gymnasien erhalten und Schulen über G8 oder G9 entscheiden lassen, keine neuen Gemeinschaftsschulen errichten, die bestehenden aber erhalten, Lernen wieder mit Noten bewerten, Klassenwiederholungen ermöglichen, Berufsschulen finanziell ausreichend ausstatten, auch Kleinklassen zulassen, wohnortnahe Berufsschulstandorte im ländlichen Raum erhalten, mehr schulbezogene Stellenausschreibungen zulassen, den Schulen eigene Fortbildungsbudgets zuweisen, mehr Verwaltungsfachkräfte zur Entlastung der Schulleitung, Inklusion fördern nachgefragte Sonderschulen erhalten, bessere Finanzierung und mehr Pädagogen, Flexible Ganztagsschulangebote schaffen, Mehr und bessere Lehrer (bei den anderen Parteien spare ich diesen Punkt ist überall vorhanden), Digitalisierung in der Schule stärken.

Abschließend sei gesagt wer ein differenziertes Schulsystem den Gesamtschulen vorzieht ist hier richtig. Bei den anderen Parteien werde ich Punkte wie „mehr und bessere Lehrer/Pädagogen“ weglassen da sie bei nahezu allen vorkommen und eh nicht so schnell realisierbar sind.

Als zweites werden wir die Grünen abarbeiten.

Individuelle Förderung der Schüler im Vordergrund, Gesamtschulen vor differenziertem Schulsystem, Fortführung der bereits in der Regierung begonnen Änderungen, bereits 1 Mrd. in Bildung investiert weiterhin mehr investieren, weiter Ausbau der Ganztagsschulen, Schulsystem auf zwei Säulen Gymnasien und Haupt-, Werkreal-, Real- und Gemeinschaftsschulen als integrative Schulformen, Gymnasien mehr Freiräume zur individuellen Schülerförderung schaffen, Entlastungen für Schulen im Verwaltungsbereich, festeingestellte Vertretungslehrer, Integration von Medienbildung in den Bildungsplan, bei Inklusion die Wahlfreiheit der Eltern stärken, Investitionen in frühkindliche Bildung wurden fast verzehnfacht, Förderung des Konzeptes der Familienzentren, mehr Entscheidungsmöglichkeiten auf Ebene Schule und Eltern, Förderung von beruflichen Vollzeitschulen, bezahlbare Wohnheime sollen flächendeckend für die Schüler mit Bedarf zur Verfügung stehen, Förderung von Bibliotheken und Volkshochschulen.

Zusammengefasst wer Gesamtschulen für das bessere Schulsystem hält ist hier besser beraten. Heraus zu heben ist hier vielleicht noch die Integration von Medienbildung in den Bildungsplan.

Als drittes haben wir die SPD die wie die Grünen momentan noch Regierungspartei ist.

In den letzten 5 Jahren hat man den Kultusetat bereits um 1,4 Mrd. Euro erhöht das möchte man fortsetzen, Forderung nach Abschaffung des Kooperationsverbotes mit dem Bund, bereits viel im Bereich frühkindliche Leistung getan auch das möchte man fortsetzen, Ausbau des Ganztagsschulangebotes endgültige Entscheidung bei den Kommunen, Förderung von integrativen Lernkonzepten, Rückkehr zum G9 nicht sinnvoll da das G9 an beruflichen Gymnasien noch besteht, kein funktionierender Schulstandort soll gegen den Willen des Schulträgers aufgegeben werden, Medien und Digitalbildung stärken, Schulsozialarbeit wurde bereits mit 25 Mio. Euro gestärkt, an den Berufsschulen sollen Vorbereitungsklassen für Flüchtlinge entstehen, Einführung von Bildungszeit für lebenslanges Lernen, politische Bildung fördern.

Zusammenfassend merkt man in vielen Punkten sind sich die Parteien einig sind und das ich diese Punkte einfach weglasse niemals möchte Wiederholungen lesen und ich nicht schreiben. Die SPD ist im Bereich Bildung den Grünen sehr nahe und bevorzugt das Gesamtschulkonzept. Was ich persönlich sehr gut finde ist neben der Medienbildung der Punkt politische Bildung, da ich in meiner Heimatstadt Celle in Niedersachsen mehrere Jahre in einem von Stadt und Land geförderten Projekt ehrenamtlich tätig war. Haupthemen waren dort Medien, Demokratie und Rassismus.

Kommen wir nun zur FDP

Die FDP möchte einen „Schulfrieden“ erreichen in dem die Beteiligten vor Ort über die Schulgestaltung entscheiden, zur flächendeckenden Beschulung sollen Bildungsregionen gebildet werden, Bevorteilung einer Schulform beenden und gleiche Bedingungen für die verschiedenen Schulformen schaffen, die Möglichkeit zur Bildung von Schulverbünden soll geschaffen werden, den Schulen ein eigenes Budget zuweisen, sie dürfen über Personalangelegenheiten eigenständig entscheiden, für die Förderung von frühkindlicher Bildung soll ein Gutscheinmodell eingeführt werden, offene Ganztagsschule auch ins Schulgesetz schreiben, den Eltern die freie Wahl der Grundschule überlassen, die FDP hält einen eigenen Bildungsplan für jede Schulart für notwendig, eigenständiger Lehrplan für Informatik, Gymnasium soll gestärkt werden, Wiedereinführung von Grund und Leistungskursen, Berufsschulen als neunjährige Alternative zum G8, den Gymnasien und Realschulen soll es ermöglicht werden sich über die Grundschulempfehlung ihrer Schüler zu informieren, Inklusion Beratung für Eltern bei der Entscheidung welche Schule für ihr Kind die beste ist.

Zusammengefasst bevorzugt die FDP wie die CDU ein differenziertes Schulsystem möchte sich aber im Rahmen eines Schulfriedens für die Existenz beider Systeme einsetzen und die Entscheidungen über die Schulformen den Kommunen vor Ort überlassen. Wer der Meinung ist beide Schulsysteme sind richtig und das können sie durchaus sein, da jedes Kind anders ist, ist bei der FDP im Bildungsbereich richtig.

Kommen wir nun zur AFD sie fordert eine klassengeführten Unterricht, eine „Ideologie freie“ Pädagogik, sie setzt sich gegen eine Überfrachtung der Kinder im Vorschulalter durch Lernprogramme ein, Sexualkundeunterricht sollte altersgerecht erfolgen (Was ist altersgerecht Wohl aber auf jeden Fall später als zurzeit also noch später als zu meiner Zeit schon und das war schon bei den meisten viel zu spät), Wahlfreiheit zwischen Ganztagsschule und Halbtagsschule, Lehrmittel und Schülerbeförderung sollen kostenfrei für Eltern sein, kein Ausbau von Gemeinschaftsschulen, Gymnasium stärken, Wiedereinführung der verbindlichen Grundschulempfehlung, Stärkung der Real- und Werkrealschulen, Sonderschulen erhalten, Inklusion darf das Lernen anderer Schüler nicht beeinträchtigen, deutsche Sprache fördern, duale Ausbildung fördern.

Zusammengefasst setzt die AFD auf ein differenziertes, leistungsorientiertes Schulsystem wie die CDU. Unterschiede liegen z.B. in Bereichen der Inklusion. Digitalbildung wird bei der AFD ebenso wenig erwähnt wie Aussagen zu G8/G9.

Die Piraten heben sich dadurch ab das sie weder für Gesamtschulen oder ein differenziertes Schulsystem sind sondern, für ein Kursystem in dem es Pflicht und Wahlkurse gibt um den Kindern so eine individuelle an ihren Interessen orientierte Bildung zu bieten. Kurse sollen bei Nichtbestehen wiederholt werden und zusätzliche Fördermaßnahmen eingeleitet werden. Davon abgesehen haben die Piraten in ihrem Wahlprogramm auch einige sehr innovative Forderung die sich ins bisherige Schulsystem sehr gut integrieren lassen und aufjedenfall eine nähere Betrachtung auch durch andere Parteien verdienen z. B. Unterreichsbeginn erst ab neun Uhr.

Als letztes kommen wir nun zur Linkspartei. Sie ist bereits für eine frühkindliche Inklusion, gebührenfreie Bildung bereits ab der Kita, Kitagebühren müssen abgeschafft und als Sofortmaßnahme ein gebührenfreies Kitajahr eingeführt werden, Abbau des selektiven Schulsystems bis zur 10. Klasse, Ausbau der pädagogischen Arbeit an allen Schulen (wäre richtig allerdings wird man in den nächsten 10-20 Jahren nicht genug Pädagogen zusammenbekommen), spezielle Sprachförderklassen sollen entstehen, Kooperationsverbot des Bundes abschaffen, Abschaffung von G8, duale Ausbildung stärken.

Zusammengefasst möchte die Linkspartei wie alle Parteien mehr Geld in Bildung investieren. Sie legt in ihrem Wahlprogramm aber den Fokus auf die Benachteiligung von Sozialschwachen. Sie ist wie die SPD und die Grünen für ein Gesamtschulkonzept.

Als endgültiges Fazit lässt sich sagen. Wer hier zu einer Entscheidung kommen möchte. Muss sich erstmal zwischen differenzierten oder Gesamtschulkonzept entscheiden. Wer das nicht kann hat zwei Alternativen entweder die FDP favorisieren die beide Schulformen nachfrage abhängig nebeneinander erhalten möchte oder das Kurssystem der Piraten wählen. Die anderen Unterschiede zwischen den Parteien sind Kleinigkeiten wobei sich hier grade die Piraten mit ein zwei sehr guten Ideen positiv abheben. Am Ende bleibt die Entscheidung beim Wähler. Ich selber denke, dass keines von beiden Konzepten das bessere ist sondern das jedes Kind in einem der Systeme am besten lernen kann. In welchem? Das herauszufinden ist Aufgabe der Eltern, Lehrer und des Kindes. Der Staat sollte beides ermöglichen am besten wohnortnah. Also bliebe für mich nur die FDP im Bildungsbereich oder die SPD, Grünen und die CDU weil sie zumindest die anderen Schulformen nicht abschaffen wollen.

Sonntag ist Wahltag und dort entscheidet dann der Wähler.

Grüße aus Niedersachsen wir haben dieses Jahr keine Landtagswahl sondern in meiner Heimatstadt „nur“ Kommunalwahlen wird sicher auch spannend!

PS: Ich habe jetzt neben dem Beruf noch eine Weiterbildung über ein Fernstudium angefangen. Wie sich das auf meine Schreibtätigkeit hier auswirkt wird sich zeigen.

Wahlprogramme:

Wahlprogramm AFD

Wahlprogramm SPD

Wahlprogramm CDU

Wahlprogramm Piratenpartei

Wahlprogramm FDP

Wahlprogramm Linkspartei

Wahlprogramm Grüne

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