Ein Pfad für Griechenland zurück zum Wirtschaftswachstum

In diesem Artikel möchte ich mich mit dem Problemland Griechenland beschäftigen und einen möglichen Lösungsansatz aufzeigen. Dabei ist zu beachten das Griechenland in einer hochkomplexen Situation steckt und es kein alleiniges Heilmittel gibt. Die Lösung liegt eher in der Kombination verschiedenster Mittel dabei ist zu beachten das kein Übergewicht entsteht wie es zurzeit besteht mit dem einseitigen Ziel Sparen. Dieses Übergewicht wirkt dann eher stark destruktiv. Nun aber erstmal zur aktuellen Situation Griechenlands.

  1. Eine hohe Verschuldung staatlich sowie Privat und unternehmerisch
  2. Ein Verlust der preislichen Wettbewerbsfähigkeit durch höhere Inflation und Lohnentwicklung
  3. Eine stark negative Auslandsbilanz die nicht mehr vom Wachstum getragen wird
  4. Griechenland verfügt nur über einen kleinen wenig innovativen Industriesektor
  5. Hohe Bedeutung von Dienstleistungsexporten
  6. Schlecht geführte Verwaltung vor allem Finanzverwaltung

Die Maßnahmen der letzten Jahre haben dabei nur bedingt geholfen die Situation zu verbessern. Das liegt daran das die unterschiedlichen Probleme, je nachdem welches man als ursächlich für die Probleme sieht, sich gegenseitig verstärken. Die drei Hauptprobleme sind:

  1. Die Konsolidierung der Staatsfinanzen die vor allem bei den Gläubigerländern (Deutschland, Frankreich hauptsächlich) Vorrang hat.
  2. Ein zweites Ziel ist die Verbesserung der Leistungsbilanz, um die Nettoauslandsverschuldung zu verringern, was oft auch als Wiederherstellung der Wettbewerbsfähigkeit interpretiert wird.
  3. Das dritte Ziel ist wirtschaftliches Wachstum.

Warum verstärken sich diese Probleme bei ihrer Lösung gegenseitig? Wenn Griechenland wie bisher spart hat das zur Folge, dass Löhne, Renten und Investitionen sinken, Steuern dagegen steigen. Das hat zur Folge, dass im Land weniger Geld für Nachfrage und Investitionen zur Verfügung steht. Das Wirtschaftswachstum das in Griechenland hauptsächlich auf Binnennachfrage beruhte bricht ein. Zukunftsinvestitionen können nicht finanziert werden und die Produktivität kann nicht erhöht werden die Wirtschaft wird nicht Wettbewerbsfähiger. Genauso ist es wenn wir Problem Zwei und Drei zuerst lösen möchten. Die beiden kollidieren vor allem mit Ziel Eins aber auch untereinander.

Wie sieht also eine mögliche Lösung für Griechenland aus? Sie muss alle Probleme Schritt für Schritt gleichzeitig anpacken. In Griechenland ist ein Balanceakt notwendig der vorsichtigstes abwägen notwendig macht.

Um die Staatsfinanzen in den Griff zu bekommen sind mehrere Maßnahmen notwendig. An der Reformation der Finanzverwaltung wird bereits mit internationaler Hilfe gearbeitet, daran muss festgehalten werden. Die dabei entstehenden Kosten rentieren sich im Laufe der Jahre und Jahrzehnte. Des Weiteren muss ein Wachstum der Wirtschaft geschaffen werden das stark genug ist Wohlstand zu schaffen (Später dazu mehr). Und als dritter und letzter Punkt müssen die Staatsfinanzen umstrukturiert werden in Richtung niedrigerer Zinsen und längerer Laufzeit. Dabei muss beachtet werden, dass Wachstum zentral davon abhängt, dass vor allem Investoren, aber auch Konsumenten Vertrauen in die Zukunft haben. Kurzum Sparen an richtiger Stelle und investieren an richtiger Stelle dieses Doppelkonzept ist die Lösung.

Der private und unternehmerische Schuldenabbau ist komplexer, schmerzhafter, staatlich wenig lenkbar und kurzfristig schädlich für das Wachstum. In diesem Bereich wird eine Entschuldung vor allem durch Insolvenzen und Umstrukturierungen stattfinden. Dabei wird Vermögen der Gläubiger vernichtet hauptsächlich Banken. Mir ist bekannt das Banken nicht grade beliebt sind, aber wenn die Ausfälle zu stark werden, fällt die Kreditversorgung zusammen und ohne Kapital keine funktionierende Wirtschaft.

Um das Leistungsbilanzdefizit auszugleichen sind mehre Maßnahmen denkbar, obwohl es dabei einige Dinge zu beachten gibt. Importe sind nicht grundlegend schlecht auch wenn sie anfangs inländische Produktion ersetzen und Kapital ins Ausland fließen lassen. Aber sie können auch durch Import von Kapitalgütern zum Wachstum beitragen. Maschinen für die Produktionen, Beton für Hotels alles muss erst einmal vorhanden sein um damit Geld verdienen zu können. Auch wenn man all das in Griechenland herstellen möchte muss es erst ins Land geholt werden.

Des Weiteren ist eine kurzfristige Stärkung des Exportes unwahrscheinlich. Der griechische Export leidet außer im Dienstleistungsbereich vor allem daran das er für die gelieferte Qualität und Innovation zu teuer ist trotz gesunkener Löhne. Langfristig auf über 10 Jahre kann das anders aussehen.

Kurzfristig stehen aber erstmal Investitionen an. Vorrangig in Bildung und Infrastruktur aber eine Möglichkeit besteht auch darin die Öl und Gasvorkommen in der Ägäis zu erschließen. Allerdings würde das sich kurzfristig durch den Import von Kapitalgütern auch negativ auswirken.

Verwaltungstechnische Maßnahmen die Wachstum und Export stärken würden wären eine schnellere Erteilung von Exportlizenzen, eine transparentere und einfachere Unternehmensbesteuerung, die Bürokratie für ausländische Direktinvestitionen muss transparent und effizient gestaltet werden.

Eine weitere europäische Maßnahme besteht in Kreditvergabe für Infrastruktur und Unternehmensfinanzierung. Programme dafür gibt es, sie müssen nur ausgeweitet werden und in Griechenland mit den KMU (klein und mittelständischen Unternehmen) koordiniert werden. Dabei spielen die griechischen Banken eine wichtige Vermittlerrolle.

Und das wichtigste ist politische und wirtschaftliche Stabilität, dass schafft Vertrauen und Vertrauen schafft Wachstum. Angst vernichtet Wachstum.

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Ein Kommentar zu “Ein Pfad für Griechenland zurück zum Wirtschaftswachstum

  1. Pingback: Warum wir Griechenland retten sollten. | Politix

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